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Verrat


Verrat - Davon abgesehen läuft´s!

 

Ein Mensch wendet sich vom Leuchten ab. Doch dort, wo das Leuchten ist, ist das Leben.  Abwenden ändert daran nichts.


Wenn etwas unangenehm ist, können wir wegschauen. Verrat ist ein Betrug nicht nur am anderen, sondern in erster Linie an uns selbst.


Verrat hat zwei Facetten: Zum einen wegzusehen aus Furcht oder Bequemlichkeit. Doch die Aufgabe bleibt. Es gilt, unseren Mut zusammenzunehmen und hinzuschauen. Was wir sehen werden, wird weniger schlimm sein, als uns fortwährend selbst zu betrügen.


Der zweite Aspekt des Verrats ist es, selbst verraten zu werden. Es ist eine universale Erfahrung, im Stich gelassen zu werden. Wenige werden sie nicht kennen.

In dieser Erfahrung liegt die Ursache für unser eigenes Abwenden. Uns fehlt der Mut, wir haben Angst, weil der Schmerz damals zu schlimm war. Als Kind waren wir damit überfordert.


Auf genau dieser Ebene jedoch können wir heute unsere Wunden heilen. Wir können uns darin üben, hinzuschauen und unseren eigenen Schmerz zuzulassen. Denn das Tragische an der ursprünglichen Erfahrung war nicht so sehr der Moment, in dem wir uns verraten fühlten Das Tragische war der Moment, in dem wir selbst daran glaubten, dass unser Leuchten, unser Leben gar nicht da war; dass das Gegenüber uns nicht verraten hat, sondern wir irrelevant, quasi nicht vorhanden waren. Damit verraten wir uns selbst.


Heute können wir dieses verratene Kind annehmen, uns ihm zuwenden. Wenn es uns gelingt, diesem verletzten Anteil ein wenig Trost  und Beistand zu spenden, dann wird es uns auch leichter fallen, in Zukunft für das einzustehen, was uns wichtig ist. Wir können mutig sein und unbequem. Wir können genau hinschauen.