Herkunftsfamilie


Verwicklungen

Die eigene Herkunftsfamilie und der Umgang mit ihr ist für die meisten Überlebenden eines der schwierigsten Kapitel. Es mag Fälle geben, in denen der Missbrauch von Fremden verübt wurde und die Familie Dir hinterher Halt und Schutz geben konnte. Das sind allerdings eher Ausnahmen. 

 

In aller Regel sind unsere Herkunftsfamilien auf die eine oder andere Art verwoben mit der Missbrauchsstruktur.

 

Wenn sie nicht unmittelbar Täter waren, so konnten sie doch zumindest nicht hinschauen und uns beistehen.  So blieben wir allein, verletzte Kinder. 

 

Wachstum

Heute, als Erwachsene mit einigen Jahren der Aufarbeitung hinter mir, kann ich verständnisvoller auf meine Familie schauen. Ich bin nicht mehr das Kind, das sich von ihnen die Lösung aller Probleme erhofft. Ich muss sie nicht mehr größer machen als sie sind.

 

Aber der Weg dorthin war steinig. 

 

Ich musste lernen, selbst für die verletzten Anteile in mir zu sorgen. Ich musste lernen, mich zu schützen. 

 

Heute kann ich sehen, auf der anderen Seite stehen Menschen mit ihren eigenen Stärken und Schwächen, voller eigener Verletzungen, aber auch voller Liebe. 

 

Vergeben/ Verzeihen

Wie auch immer es Dir mit deiner Familie geht: all Deine Gefühle sind berechtigt und in Ordnung! Du darfst wütend sein, Du darfst hassen, wenn das jetzt eben gerade an der Reihe ist.

 

Leider kann man keinen Schritt überspringen.

 

Du bist kein schlechter Mensch, nur weil Du nicht vergeben willst.

Das ist vollkommen in Ordnung! 

 

Wenn überhaupt, dann ist Vergeben genau dann richtig und gut, wenn es Dich entlastet. Wenn es Dich befreit! 

 

Abschied und Neubeginn

Manchen Menschen muss man sich nicht mehr aussetzen. Wenn sie Dich auch heute noch im Stich lassen, Dir nicht zuhören wollen, Dir nicht glauben wollen, dann ist es wahrscheinlich vergeudete Lebensenergie, dich weiterhin mit ihnen auseinanderzusetzen. 


Es gibt so viele Menschen dort draußen. Schau, wer Dir wirklich gut tut!